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Donnerstag, 3. September 2015

Asperger und das Anders sein

Ich denke oft, dass es der heutigen Zeit entspricht, dass jeder anders sein will. Dies wird in Form der Kleidung oder dem Handy-Cover gezeigt. Aber auch mit den vielen Diagnosen. Jeder scheint was zu haben. Manchmal kommt es mir so vor, als ob auch das ein Ausdruck des Anderssein ist. Aber ich will hier nicht über andere und deren Schicksal urteilen. Es ist einfach nur ein Eindruck von mir. Stichwort Modediagnosen.
Anderes sein, das wollen doch viele. Ja alle. Aber wissen die denn, wie es ist wenn man WIRKLICH anders ist. Wenn man nicht mehr zu der Mehrheit gehört. Also definitiv anders ist. Nicht weil ich das so wollte. Ich wollte immer nur ein Teil der Gesellschaft sein. Das bin ich nicht mehr. Ich fühle mich jedenfalls nicht mehr als ein Teil von ihr. Ich denke viele die anders sein wollen haben noch nie mit Menschen wie uns gesprochen. Mit all den Problemen die das Anderssein mit sich bringt. Es geht nicht nur um das eigene Verhalten oder ICH, sondern um das Wissen das man hat.
Ich weiss um mein Anderssein. Weiss um das was mich behindert. Ja definitiv von den NT unterscheidet. Das ist nicht immer einfach so einzukaufen oder einfach mit Menschen sprechen, die nicht wissen, das ich Autist bin. Ich weiss es, aber sie eben nicht. Die denken sicher oft, das ich komisch sei. Oder sonst nicht normal.
Naja, da haben sie recht. Ich bin nicht normal. Der Norm entsprechend. Auch wenn ich mir Mühe gebe, so sehe ich doch immer wieder die grossen Unterschiede zu den NT. Wie ich mich bewege, oder spreche. Wie ich antworte. Was ich wie sage. Das ist nicht normal. Eben anders.
Nun, soll ich mich dafür schämen? Nein, sicher nicht. Wieso sollte ich? Ich meine, ich bin wie ich eben bin. Für mich ist das in Ordnung so. Und wie es scheint, auch für meine geliebte Frau. Sie liebt mich so wie ich bin. Vielleicht ist es eben das Anderssein was sie an mir mag. So hat doch auch das Anderssein so seine Vorteile. Für mich ist das DER Vorteil.
Anders sein, ist nicht gleicht individuell. Das verwechseln auch viele. Anders sein bedeutet nicht zu der Mehrheit gehören. Wissen, dass man unter normalen Umständen keine Arbeit findet. Das man sein Leben nur dank vielen Menschen die viele Verständnis aufbringen leben kann. Ich jedenfalls bin dafür sehr dankbar. Denn ich wüsste nicht, wie ich mein Leben ohne Specialisterne gestalten sollte. Auch wenn es nicht immer einfach ist. Besonders wenn ich mal wieder in meiner Welt versunken bin, so habe ich doch meine Chance. Eben wegen des Anderssein. Das kann eben doch auch eine Chance sein. Eine Chance auf ein besseres Leben. Man muss sie eben nur nutzten.
Ich jedenfalls lebe einfach. Ich denke nicht zu viele über das anders sein nach. Denn ich bin ja schon seit über 40 Jahren mit mir zusammen. Ich versuche lieber mein Leben recht zu leben. Zu arbeiten. Meiner Frau einen guten Ehemann sein. Was will ich mehr? Anders sein hin oder her. Entscheidend ist doch wie man zu sich steht. Und nicht was die anderen über einem sagen oder denken.