Dieses Blog durchsuchen

Translate

Samstag, 21. Dezember 2013

Asperger und Einladungen

Jetzt kommt dann wieder die Zeit, wo Einladungen anstehen. Mal sollen die Eltern besucht werden. Mal, je nach dem, die Schwiegereltern. Und wer arbeitet, hat sicher auch schon ein oder mehrere Weihnachtsessen gehabt. Das alles ist einfach nur stressig. Gut, das mit den Eltern hoffentlich nicht. Aber sonst, ist es doch so, das Einladungen immer eine Abweichung vom Alltag sind. Da sind immer viele Menschen. Man sollte sich benehmen. Smalltalk führen. Das alles ist extrem anstrengend. Zumindest für mich. Aber ich denke, ich bin nicht der Einzige. Es geht sicher nicht nur Asperger sondern auch Muggel so.
Niemand oder fast niemand will das, und doch machen alle mit. Was mich an solchen Einladungen stresste, war, dass alle fröhlich sein müssen. Es ist ja Weihnachten. Also muss man fröhlich sein. Nun, ich bin nicht "man". Für mich war das immer der Horror. Seit ein Paar Jahren ist es so, dass ich nur noch zu meinen Eltern fahre. Mehr nicht. Ich habe aufgehört, zu anderen Menschen zu gehen. Für mich ist das nicht schlimm. Ich will es ja so. Ich sehe auch nicht ein, wieso ich etwas machen soll, was ich nicht kann und was mich extrem stresst. Nein, so ist es für mich ok.
Auch kann ich nichts mit dem Getue anfangen, was dann immer abgeht. Die Leute schwatzen laut, sie geben einander Geschenke die der andere nicht will. All das ist doch ein riesen Theater. So sehe ich das jedenfalls. Sicher, es ist etwas anderes, wenn man Kinder hat. Die freuen sich immer über Geschenke. Aber der ganze Stress sonst, ist auch für sie nichts. Sie wollen sicher auch ihre Ruhe. Ich jedenfalls wollte das immer so. Geschenke ja, der Rest, nein.
Ich werde die Festtage mit meiner Frau verbringen. Endlich haben wir wieder mehr Zeit für einander. Dies ist, so denke ich, das Geschenk das wir einander machen. Zeit. Klar kriegt sie auch sonst noch was. Aber das grösste Geschenk, ist die Zeit die wir einander schenken. Für mich ist das unbezahlbar. Denn nach all dem Stress der letzten Monate ist es auch an der Zeit, dass wir wieder, endlich, Zeit miteinander verbringen können.
Einladungen sind für mich auch darum komisch, weil ich sie nicht verstehe. Man sieht sich doch ab und zu oder jeden Tag. Wieso braucht es dann einen speziellen Anlass, dass man zusammen was isst? Wieso immer essen? Das verstehe ich auch nicht. Es ist doch nur essen. Für mich einfach Nahrungsaufnahme. Mehr auch nicht. Aber scheinbar ist das für Muggel wichtig. Wieso auch immer. Ich jedenfalls sehe darin nichts besonderes. Ausser, dass es mich stresst und ich das so weit wie es geht vermeide. Ich muss das nicht haben. Für mich hat ein gutes Gespräch mehr Wert. Viel mehr. Essen ist essen. Sich zu Unterhalten, und damit meine ich nicht Smalltalk, ist sinnvoll. Man gibt dem anderen die volle Aufmerksamkeit. Man tauscht sich aus. Das ist für mich extrem wichtig. Ich spreche nicht wirklich gerne. Aber wenn ich spreche, dann sollte es einen Sinn ergeben. Sprechen ist für mich sehr anstregend. Ich kriege dann immer Schwindel. Aber trotzdem mache ich es. Da es mir wichtig ist, was die anderen zu sagen haben. So lerne ich auch immer wieder was Neues. Beim Essen, lerne ich nichts. Ausser, dass ich in einem Raum sitzen muss, der zu hell und laut ist. Das ist nicht lernen, sondern nervig.
Einladungen sind für mich etwas, worauf ich verzichten kann. Ich brauche das nicht. Die Menschen, welche mir was bedeuten, sehe ich regelmässig. Da brauche ich keinen speziellen Anlass dafür.