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Dienstag, 3. Dezember 2013

Asperger und Muggelwelt

Muggel gehen davon aus, dass alle die Welt mehr oder weniger so wahrnehmen wie sie. Sie können sich nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, welche die Welt anders wahrnehmen. Sich anders durch die Welt bewegen. Sich auf eine Art in einer anderen Welt befinden, obwohl es die Selbe ist.
Für mich ist die Welt der Muggel unverständlich. Ich verstehe nicht, wieso sie so langsam sind. Sie stehen mir immer im Weg, sie sind laut und bewegen sich mal dahin mal dort hin. Ich muss immer aufpassen, dass ich sie nicht ramme. Manchmal, da schiebe ich sie einfach weg. Dann, wenn ich es wirklich eilig habe. Da nehme ich nicht auch noch Rücksicht auf die Muggel. Sie nehmen ja auch keine auf mich.
Aber das ist nur ein Teil der Muggelwelt. Muggel wollen immer etwas. Sie wollen ständig etwas. Sind nie mit dem, was sie haben, zufrieden. Sie sind ständig auf der Suche nach, was? Keine Ahnung. Ich verstehe das nicht. Auch wenn sie sprechen, verstehe ich sie nur mit Mühe. Was ihre Absichten sind, die kann ich nur erraten. Manchmal liege ich richtig und manchmal halt falsch. Die Welt der Muggel ist für mich eine Welt der Rätsel. Sie sind auf den ersten Blick gleich, aber bei genauerem betrachten, doch anders. Sie bewegen sich anders, sie sprechen anders, sie denken anders.
All das, was ich Oben beschrieben habe, stört die Muggel scheinbar nicht, oder nur begrenzt. Denn, dass musste ich lernen, für sie ist das alles normal. Da alle so sind, stört sich keiner an der Langsamkeit, am Lärm. Oder zumindest nicht gross.
Die Muggelwelt ist aber auch eine Welt, welche mich ab und zu zum lachen bringt. Ich beobachte sie und denke mir, wie komisch die doch sind. Wenn die wüsste, dass es Menschen gibt, die sich an ihrem Verhalten erheitern können. Auslachen, tue ich sie aber nicht. Das ist etwas, was mir viele Male passiert ist. Ich wurde viel ausgelacht. Daher lasse ich das. Denn das ist echt nicht gut. Jeder Mensch hat aber auch das Recht, ernst genommen zu werden. Ich nehme die Muggel schon ernst. Zumindest die, mit welchen ich arbeite. Sie sind mir wichtig. Sie bringen mir auch so manches bei. Genau wie meine Frau auch. Sie frage ich sehr viel. Denn, ich bewege mich durch die Muggelwelt. Ich lebe in ihr. Also muss ich sie verstehen lernen, nicht sie mich. Wir sind wenige, sie viele. Ich denke aber, dass es wichtig ist, dass, beide Seiten einander zu verstehen lernen. Das wir mehr zu lernen haben, ist mir klar. Aber ich denke, dass sich das lohnt. Denn, wer in dieser Welt etwas erreichen will, der muss deren Sprache und Gesten verstehen. Nicht perfekt, das können die Muggel auch nicht, aber immerhin so, das es reicht.
Es ist nicht einfach, etwas zu erkennen, das man nicht sieht. Mir macht das immer wieder Probleme. Ich sehe die Gesichter nicht. Die Emotionen und Gesten. Wie soll ich da klar kommen? Nun, ich habe meine Tricks. Einer davon ist, fragen. Fragen, fragen. Anders geht es nicht. Ich will ja auch ernst genommen werden. Dies geht aber nur, wenn beide sich verstehen und vom Selben sprechen. Klar, gibt es immer mal wieder Missverständnisse. Aber die gibt es von Muggel zu Muggel auch. Sie sagen dann einfach:"Ich habe gemeint das..." Nun, dieser Satz, brauche ich nie. Wenn mir etwas nicht ganz klar ist, dann frage ich so lange, bis es mir klar ist. Muggel getrauen sich das selten. Sie wollen sich nicht blosstellen. Wollen nicht, das der andere schlecht von ihnen denkt. Oder was auch immer. Keine Ahnung. Mir ist das egal. Ich will meinen Auftrag ausführen. Meine Aufgabe erfüllen. Das kann ich nur, wenn ich frage und alle Informationen habe, welche ich dafür brauche. Also frage ich.
Das Selbe mache ich auch mit meiner Frau. So bleibt nichts unausgesprochen. So vermeiden wir auch, dass der andere etwas meint, was das andere nicht dachte. Wie auch immer.
Die Muggelwelt ist für mich aber auch eine Welt der Wunder. Vieles verstehe ich nicht. Vieles ist mir schleierhaft. So wie in einer verwunschenen Welt. Nun, durch diese muss ich mich aber jeden Tag hindurch begeben. Manchmal macht es mir nichts aus, und manchmal schon. Es ist nicht so, dass ich nicht gerne mich durch diese Welt bewege, aber, wenn ich nicht muss dann lasse ich es noch so gerne.