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Freitag, 30. März 2012

Anti-Sofortness

Wie kann man der Sofortness entgegenwirken? Können wir das in unsere Zeit überhaupt?
Was sicher möglich ist, ist das wir uns nicht immer alles gleich besorgen müssen. Es macht durchaus Sinn, sich zu überlegen, ob man es wirklich braucht. Das ist nicht immer so einfach. Denn der soziale Druck ist riesig. Man muss auch mitreden können. Dabei sein. Das Leben fordert uns schon genug ab. Und wir fügen dem noch die Krone auf, indem wir uns dem Hemmungslosen Konsum hingeben. Wir brauche Dinge, die wir nicht brauchen. Sie sind für unseren Alltag nicht relevant. Als Beispiel sollte das iPhone und iPad dienen. Beide Produkte muss man nicht haben, um zu leben. Doch ist es so, dass beide sehr gut verkauft werden. Die Leuten wollen nur diese beiden Produkte besitzen. Man muss schliesslich auch eines besitzen. Kommt eine neue Version heraus, gibt es immer einen riesen Aufstand. Jeder muss es sofort haben. Keiner will der Zweite sein. Sofortness in ihrer reinsten Form.
Doch es ist nicht nur der Konsum von Gütern, welcher uns schadet. Nein. Kriegen wir eine EMail, so wird erwartet, dass sie gleich gelesen und beantwortet wird. Selber stellen wir diesen Anspruch auch. Wie wäre es, wenn wir nicht gleich eine Antwort verlangen würden. Oder sogar anrufen, ob der Betreffende die Mail gekriegt hat. Das verursacht nur Stress. Aber es ist auch Sofortness. Einfach anders.
Wir sollten uns mehr Zeit nehmen, aber auch den anderen mehr Zeit geben. Wir wissen ja nicht, wieso der andere nicht gleich antwortet. Vielleicht ist er in einer Sitzung und mit arbeiten beschäftigt. Wir gehen einfach davon aus, das unsere Mail das Wichtigste ist.
Wir haben immer mehr Zeit, und dadurch auch immer weniger, da immer alles schneller gehen muss. Wir sind rastlos geworden. Immer alles sofort.
Doch wenn man einmal eine kleine Pause einlegt, und überlegt, dann ist schon wieder Zeit gewonnen. Eine kleine Entschleunigung tritt ein. Macht man das aber jedes Mal, so rechnet sich das mit der Zeit. Man wird ruhiger, und handelt nicht immer rein impulsiv. Die Menschen wollen aber, dank dem Internet, immer alles jederzeit, sofort. Wir sind verwöhnt. Wir sehen nicht mehr ein, dass alles seine Zeit brauche.
Etwas ist schnell bestellt. Doch muss diese Bestellung in einem Lager abgearbeitet werden, ausgeliefert werden. Dass braucht seine Zeit. Mindestens einen Tag. Doch die Zeit geben viele Leute den Unternehmen nicht. Sie bestellen etwas, und es sollte gleich geliefert werden. Egal um welche Zeit.
Will man etwas, so sollte man sich, wie eingangs erwähnt, überlegen, ob man es wirklich braucht. Denn meistens ist es ein Impuls, oder man fällt auf Werbung rein. Auch Kollegen können einem animieren, etwas zu kaufen, was man nicht braucht. Einfach nur, weil sie begeistert sind. Doch sollte man immer abwägen, ob es zu einem passt. Denn alles hat auch seine Schattenseiten. Design alleine ist nicht alles.
Doch es ist manchmal doch genau nur das Design, welches entscheidend ist. Apple macht es vor. Die Leute kaufen die Produkte nicht, weil sie gut sind, sondern chic aussehen. Es gibt bessere Produkte, aber nicht schönere. Man muss es im Zug oder an Sitzungen zeigen können, dass man auch dazu gehört.
Die Sofortness führt also auch zu einer Art Zusammengehörigkeit. Die Leute wollen zu einer bestimmten Gruppe gehören. Und das immer sofort. Warten ist nicht. Denn es könnte ja schon etwas neues kommen, und man ist wieder zu langsam, oder gilt als veraltet. Diesen Drucken machen sich die Leute aber selber. Nimmt man sich heraus, und lebt sein Leben, so wird alles ruhiger und angenehmer.