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Freitag, 23. Dezember 2011

Autismus und die eigene Welt

Was ist das, die eigene Welt? In der eigenen Welt sein?
Diese Sätze höre und lese ich immer wieder und wieder. Doch bis heute habe ich keine befriedigende Antwort gefunden. Es ist für mich ein Ausdruck, um etwas zu beschreiben, von man keine Ahnung hat. "Er ist in seiner eigenen Welt". In diesem Fall, kann ich nur von mir selber ausgehen. Denn ich bin genau in einer Welt, in Dieser. Was aber gemeint sein kann, ist dass man seinen Gedanken nachgeht. Was für welche das auch immer sein mögen. Das Andere ist, die Tatsache, das wenn eine Information von Aussen auf einem trifft, es eine gewisse Zeit braucht, um diese Information zu verarbeiten, und darauf zu reagieren. Die Zeitspanne zwischen dem Eintreffen der Information, und der Reaktion, kann bei Autisten länger sein, als bei Neurotypischen. Dies wird dann als "abwesend" aufgenommen. Das heisst, der Informationsgeber macht weiter oder geht weg. Dabei ist es wichtig, zu warten. Und zwar über die "normale" Zeitspanne. Diese beträgt wenige Sekunden. Doch bei Autisten kann das gut und gerne mal eine Minute sein. Also um ein Vielfaches höher als normal.
Das Andere ist, dass sich viele Autisten immer viele Gedanken zu allem Möglichen und Ummöglichen machen. Sie befassen sich mit scheinbar sinnlosen Dingen. Aber genau Diese sind für sie wichtig. Daher kann es sein, dass wenn man an so einem Thema arbeitet, und das gegenüber etwas will, was nicht damit zutun hat, dass man nicht antwortet. Denn es hat nichts damit zutun. Das wird dann wieder als unhöflich interpretiert. Aber das ist es nicht. Es ist vielmehr so, dass man es nicht gehört, oder nicht aufgenommen hat.
Daher ist es sinnvoll das die z.B. fragende Person ihre Frage einfach wiederholt. Mehr nicht. Das reicht in den meisten Fällen. Aber was vermieden werden soll, ist eine Berührung. Denn das kann sehr heftige Reaktionen auslösen.
Wenn man keine Umgebungswahrnehmung hat, so ist eine Berührung ein unerwartetes Ereignis. Es ist etwas, was nicht sein kann. Denn, Plötzlich "bemerkt" man die Umgebung. Dies kann durch eine einfache Berührung mit der Hand sein. Das kann reichen, dass man sich total erschreckt, und dann komplett aus der Fassung ist.
Ich beobachte die Welt immer zu. Aber, gleichwohl, kriege ich die wesentlichen Dinge nicht mit. Es sind für mich einfach Objekte, die sich bewegen oder nicht. Nur die Stimme, ist das, was ich wahrnehme. Dabei spielt es keine Rolle, ob mich die Person dabei ansieht oder nicht.
Für mich ist die eigene Welt also nicht nur das Denken oder Gedankenverlorensein. Nein, es ist das Glashaus, welches ich schon mal beschrieben habe. Aber gleichwohl, tue ich mir sehr schwer mit dem Begriff "in der eigenen Welt sein".
Ich denke, dass jeder Mensch mal gedankenversunken ist, oder sich nicht konzentriert. Also sind sie dann auch in "ihrer eigenen Welt". Aber leider wird dieser Ausdruck immer nur im Zusammenhang mit Autisten gebraucht. Das ist so etwas wie ein Erkennungszeichen. Aber das ist meiner Meinung falsch. Denn die Umgebung nicht wahrnehmen, und die Signale deuten zu können, das ist der Unterscheid. Ich denke, dass das die eigene Welt ist. Denn man ist gefangen in der Unfähigkeit, die Umgebung so wahrzunehmen, wie es erwartet wird, und auch angemessen darauf zu reagieren.