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Montag, 7. November 2011

Autismus und der richtige Beruf

In den Foren wird viel über den richtigen Beruf für Autisten geschrieben. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Genau so wie für Normale. Es gibt ja auch nicht DEN Beruf für normal.
Doch kommt bei den meisten Autisten eine zum Teil stark eingeschränkte Kommunikation zum Vorschein. Dies ist sicher für Berufe, in welchen mit vielen Menschen zusammen gearbeitet werden muss, hinderlich.
Es ist aber nicht so, dass Autisten immer nur an einem einsamen Arbeitsplatz arbeiten müssen. Denn auch für uns ist der soziale Kontakt wichtig. Und in einem Geschäft muss man miteinander sprechen. Denn sonst, weiss man nicht was man zu tun hat, oder kann seine eigenen Ideen nicht einbringen.
Für mich sind die Berufe in der IT sicher an erster Stelle. Jedoch mit Vorbehalt. Den es ist nicht jeder ein Softwareentwickler. Es kann nicht jeder Testen. Den, dass sind Disziplinen die ein Studium erfordern.
Aber es gibt auch andere einfachere Tätigkeiten. Die besonders eine gute Gabe zum Detail haben. Das sind Kontrollen von Listen, Rechnungen. Auch einfache Tests können durchgeführt werden, da diese ein exaktes Arbeiten voraussetzen.
Wichtig ist aber, dass es nicht zu viele Änderungen im Arbeitsalltag gibt. Nicht zu viele Sitzungen oder Telefonate. Denn das führt automatisch zu einer Reizüberflutung.
Wichtig ist auch, dass der Arbeitsalltag geregelt ist. Wann wird begonnen, und wann ist Schluss.
Daher sind Berufe im Gesundheitswesen nicht zu empfehlen, oder Berufe die Schichtarbeit verlangen.
Es ist aber auch nicht so, dass Autisten in eine "geschützte Werkstatt" gehören. Einige sicher, aber bei Weitem nicht alle. Denn die meisten wissen gar nicht, das sie Autisten sind. Sie fragen sich bloss immer, wieso sie anders sind. An einem Arbeitsplatz mit Normalen ist es so, dass man früher oder später auffällt. Man weiss aber nicht wieso. Häufig führt dies auch zum Stellenverlust. Wenn das einige Male geschehen ist, sollte man sich doch kritisch hinterfragen, wer die Schuld trägt. Denn es ist nicht immer das Unternehmen. Obwohl das am einfachsten wäre. Mir selber ist das 5 Mal passiert. Jetzt weiss ich aber auch wieso. Ich habe mich bei einer Firma beworben, welche Autisten einstellt. Und das ist etwas ganz anderes. Denn so wie Normale ihre Arbeitsumgebung haben, so sollen dies auch Autisten haben. Denn so könne sie ihr Potenzial ausschöpfen. Es ist aber auch eine Frage der Förderung. Viele wissen gar nicht, was für Fähigkeiten sie haben. Das gilt es an so einem Ort herauszufinden. Viel könne nicht 8 Stunden am Tag konzentriert arbeiten. Daher ist es auch wichtig, ein flexibles Zeitmodell zu haben. Es sollte auch keinen grossen Druck ausgeübt werden. Denn das führt zu Stress und auch Angst. Es kann sogar zur völligen Blockade führen.
Aber ich glaube, dass das Wichtigste ist, dass sich die Person wohl fühlt. Es macht keinen Sinn, wenn jemand gerne Buschauffeur ist, ihn nur wegen der Diagnose Autismus in die IT zu stecken. Denn das wäre dann auch nicht gut.