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Sonntag, 13. November 2011

Autismus und die Welt hinter Glas

Was ist eigentlich mit der eigenen Welt gemeint? Ich habe das immer gelesen und gehört. Doch nie verstanden. Was sollte das alles?
Wenn man nicht alles mitkriegt, was ausserhalb einem selbst geschieht. Man kann die Signale der anderen nicht interpretieren. Oder man versteht sie nicht, was sie meinen. Dinge welche bei normalen ganz naürlich ablaufen, kann für Autisten nicht verständlich sein. Doch es ist nicht nur das. Es sind auch die Gedanken. Man ist mit irgend etwas beschäftigt, und kriegt das Aussen nicht mehr mit oder nur noch unvollständig. Doch auch das haben die Normalos. Nicht so ausgeprägt und oft, aber sie haben es.
Was ist es also dann? Nun, ich habe lange nach einer Erklärung gesucht. Und bin auch fündig geworden.
Eigentlich ist es wie wenn man in einem Glashaus ist. Innerhalb dieses Raumes geht alles. Kein Problem. Doch man kriegt nicht alles mit. Das Glas hält die Aussenwelt von einem Fern. Man sieht sie, und kann auch mit irh kommunizieren, aber eben nur eingeschränkt.
Wenn dann noch die Fähigkeit des nicht Wahrnehmens dazu kommt, dann wird es doppelt schwierig. Denn ich nehme die Umgebung nicht wahr. Dass heisst, wenn jemand neben mir steht, merke ich es nicht. Auch wenn ich in einem kleinen Raum bin. Dann ist es egal, ob dieser klein ist, oder ich mich im Freien aufhalte. Dass ist dann wirklich wie leben hinter Glas.
Ich verstehe die Innere Welt oder eigene Welt als eine Art Glasraum. Es ist einfach nicht möglich daraus auszubrechen, oder hinein zu gelangen. Daher erschrecken sich Autisten oft, wenn sie berührt werden. Es ist nicht vorgesehen, dass jemand in den Raum kommt.
Die Berührung ist etwas Echtes. Also unerwartet und nicht gewollt. Es sei denn, das man es sagt, dass man berührt werden will. Dass ist besonders im Öffentlichen Raum schwierig. Denn da kommt es immer wieder zu Berührungen. Das ist sehr schwierig, aber ich kann damit umgehen. Aber leider auch nicht immer.
Wenn es zuviel wird, dann verschlechtert sich meine Sehleistung und ich sehe alles wie durch einen Tunnel.
Dass ist dann der Anfang einer Panikattacke.
Also ist es wirklich wichtig, dass Autisten nur dann berührt werden, wenn sie es wollen. Normale Menschen haben da nicht genau die selben Probleme. Auch sie mögen es nicht immer. Aber sie erschrecken sich meistens nicht so sehr.
Die Welt hinter Glas hat aber auch seine schönen Seiten. Man ist da für sich, und nicht immer auf die Andern angewiesen.
Die Welt hinter Glas ist aber auch schwierig. Denn das Glas ist der Sinnbildliche Filter. Er filtert genau das raus, was die Normalos einfach können. Mimiken, Gestiken erkennen. Auf jemanden eingehen. Dass ist bei uns nur begrenzt oder gar nicht möglich.
Daher ist es so, wie ich schon mal geschrieben habe, dass der Autismus eine Behinderung ist. Und die Behinderung ist Sinnbildlich, genau diese Glasscheibe. Die ist bei den einen dicker und stärker als bei den Andern.